Ein Frisiermäntelchen

Oh Ihr glaube es nicht, ich habe auf meiner Festplatte gerade ein paar Bilder von verschiedenen Sachen gefunden, die schon seit über zehn Jahren darauf schlafen. Entsprechend schlecht sind die Bilder übrigens auch. Damals habe ich noch nicht so viel Wert auf schöne „blogbare“ Fotos gelegt.

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Meine Vorlage

Vor zehn Jahren habe ich noch sehr gerne (und durchaus häufiger) in der viktorianischen Zeit mitgespielt und mir für verschiedene Veranstaltungen auch die Kleidung komplett genäht. Wie das damals so war – sie war sehr vielschichtig. Unter Anderem gehört zu der Kleidung auch ein Korsett und darüber eine „Taille“, das Oberteil des Kleides. Oft ist in diesem Oberteil der Ärmelbereich so geschnitten, dass „Frau“ die Arme in dem Kleid nicht uneingeschränkt nach oben heben kann. Wie Ihr Euch vorstellen könnt, ist das natürlich etwas unpraktisch, wenn man die Frisur richten möchte. Es war damals auch leider nicht mit einem schnellen Pferdeschwanz getan, es wurde geflochten, gelockt, gesteckt, was das Zeug hielt. Ich gebe zu, daß ich Steckfrisuren auch im Alltag sehr gerne mag – aus Zeit- und Motivationsmangel dann aber doch meist einen Pferdeschwanz trage.

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Der vordere Bereich – die Knopfleiste ist aber nicht so schief wie es auf dem Bild wirkt.

Aufgrund der eher unpraktischen Ärmel gab es damals aber für die Damen die Frisiermäntel. Ein lockeres Oberteil, das über das Korsett gezogen wurde und in dem man sich problemlos die Frisur stecken konnte. Außerdem brauchte „Frau“ dann auch keine Angst zu haben, dass „Mann“ ihnen zu aufdrigliche Blicke zuwerfen konnte.

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Die Rückseite wirkt aber auch schief auf dem Foto. Ich denke es lag an der Puppe…

So ein Mäntelchen habe ich mir nach einem Modekupfer und Schnittmustern aus dem „Buch der Wäsche“ (Link zu Google Books) angefertigt. Was für einen Stoff ich verwendet habe weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Ich vermute aber, dass er fast komplett aus Kunstfaser besteht. Die Spitzen jedoch sind aus Baumwolle, das Band um die Taille ist ein einfaches Satinband. Die Knöpfe waren glaube ich vom Flohmarkt.

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Jung und ungeschminkt.

Ein kurzer Blick in meinen Schrank hat mir eben übrigens verraten, dass ich das Frisiermäntelchen immer noch habe. Getragen habe ich es aber seit sicher acht Jahren schon nicht mehr. Was haltet Ihr also davon, wenn ich ihm eine neue Freundin suche, die es auch trägt?

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Noch einmal der vordere Schulterbereich

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