Dirndl up my life . Zum Zweiten

Nächster Tag, neue Motivation, ran an’s Dirndl!
Oder so.
Zugegeben war ich zwar motiviert, aber zwischen mit und dem Nähen standen noch Kleinigkeiten wie “der Haushalt” und “Die Mägen auf vier Pfoten ™”. Also habe ich erst einmal die Küche und das Bad gut aussehen lassen, die Katzen gefüttert (und das, was das deren essen so mit sich bringt gesäubert) und mich selber gewaschen. Wenn man die Pflicht hinter sich gelassen hat, näht es sich ja auch viel besser.

Zunächst habe ich das Oberteil einmal zusammen genäht. In meiner ersten Überlegung wollte ich den Verschluss von meinem Kleid unsichtbar unter einem Arm annähen. Ich habe mich aber schnell überzeugen lassen, das ein Verschluss vorne bei so einem Dirndl doch viel schöner aussieht, also bin ich von meinem Reissverschluss und dem seitlichen Verschluss abgekommen.

Ausserdem finde ich Paspeln wahnsinnig schön an so einem schicken Kleid. Da ich von einem anderen Projekt noch etwas farblich passendes im Schrank liegen hatte, konnte ich die Paspel schön an die Teilungsnähte vom Vorder- und Rückenteil einnähen.


Auf dem Bild ist noch die ursprünglich geplante Variante zu sehen, das habe ich als ich mit dem Rock so weit war, das ich ihn ansetzen konnte noch schnell wieder geändert.

Ach ja, der Rock…!

Die wahnsinnige Schneiderin (also ich) hat sich überlegt, das ein einfach eingekräuselt angesetzter Rock ja sehr langweilig ist und das auch schöner geht. An der Stelle kommt übrigens der Karostoff zum Einsatz von dem ich schon gesprochen habe. Passt also gut auf.

Ich habe mich für eine gute altmodische Handarbeit entschieden, das Stifteln. Dafür werden per Hand ein paar parallele Garnfäden sehr gleichmässig in den Stoff eingezogen und der Stoff dann auf die Weise in ziemlich kleine Falten gelegt. Wenn ich jetzt Handarbeit sage, ist das tatsächlich auch so gemeint.SONY DSC

Zuerst habe ich den karierten Stoff auf die linke Stoffseite der Rockbahnen gelegt. Ich habe für meinen Rock drei volle Stoffbahnen verwendet, also am Ende einen Saumumfang von etwa 4,3 Metern. Entsprechend musste ich den karierten Stoff (der wird für diese Verwendung auch “Hansel” genannt) auch lang genug schneiden, in dem Fall also auch drei Stücke über die gesamte Breite von dem Hanselstoff. Ich habe die Nähte vom Hansel nicht auf die Rocknähte gelegt, da ich ansonsten zu viel Stoff übereinander liegen gehabt hätte. Das wäre nicht schön geworden am fertigen Rock.

Da der Hansel ja kariert ist, konnte ich einfach die Karos nutzen um so schöne gleichmässige Reihen zu “nähen”. Ich habe mich für sechs Reihen Garn entschieden, das ist für mein Kleid breit genug. Wer möchte (und wahnsinnig genug ist) kann natürlich auch noch mehr Reihen ziehen, um so breiter wird das gestiftelte am Ende auch.
Ich habe (wie auf dem Bild zu sehen) zwischendurch einfach mal “probegezogen” um zu sehen, ob mir die Breite schon gefällt oder ob ich noch mehr machen muss. Natürlich bin ich nicht unter meiner geplanten Fadenmenge weg gekommen.

Für die ganze Fädenzieherei habe ich übrigens dreieinhalb Fernsehabende gebraucht. Solltet Ihr so etwas auch machen wollen – legt Euch genug Filme bereit, Ihr werdet sie brauchen.

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