KategorieMaking of

Dirndl up my life . Das Ende

Nachdem das Kleid fertig war, ging es mit weiterem Wahnsinn an die Schürze. Ich habe vor Jahren einmal einen Rock gesmokt. Und mich daran erinnert. Das Ergenbnis war einfach wunderschön und ich wollte einen smokteil auch an meiner Schürze haben.

img-20131010-wa0006Also habe ich mir meinen Stoff geschnappt, mit einer Schablone ein Raster aufgezeichnet und – schon wieder – Fäden gezogen. An den markierten Punkten habe ich die einzelnen Falten mit zwei oder drei Stichen fixiert. Im Gegensatz zur Rüsche habe ich hier aber nicht nach jedem Stich den Faden verknotet und abgeschnitten sondern diesen auf der linken Stoffseite innerhalb der Falten laufen lassen.

Die gezogenen Fäden durften nach Fertigstellung des gesmokten Teils auch wieder aus dem Stoff rausgezogen werden.

Um den Bund anzunähen, habe ich die Falten an der oberen Kante geordnet und in Form gelegt. Ich weiß nicht warum, aber davon habe ich gar keine Fotos gemacht. Vermutlich, weil ich so im Rausch war und die Fertigstellung schon greifbar vor mir hatte. An dem Bund ist das Bindeband mit einer Falte angesetzt. Damit die Schleife auch vorne gebunden werden kann, ist es entsprechend lang.

img-20131011-wa0004Anschließend habe ich den Saum unsichtbar per Hand angenäht und eine kurze Dirndlbluse aus Stickereibatist genäht. Der Schnitt für die Bluse war im Schnittmuster des Dirndls enthalten.

 

Ja und dann… Dann war ich fertig! Da die Weihnachtsfeier gleich am nächsten Tag war, habe ich es leider nicht mehr geschafft, schöne Fotos vom fertigen Dirndl zu machen. Und da ich inzwischen abgenommen habe und mir das Kleid zu groß ist, werde ich das vermutlich auch nicht mehr schaffen. Ich hoffe, Ihr seht es mir nach. Immerhin gibt es ja eins – auch wenn das ähnlich fertig aussieht, wie ich nach dem Nähen des Kleides…

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Dirndl up my life . Teil vier

Auf an die Rüsche!

Was braucht das Fräulein dafür? Erstmal ein paar Meter Satinband. Dann noch ein paar mehr Meter Satinband in einer anderen Farbe. Bei mir passend zum Kleid in rot und grün. Und wenn ich schon dabei bin, kann ich auch direkt die Schnürhaken passend zum Kleid anfertigen. So eine Schnürung vorne am Oberteil ist doch auch etwas schönes.

img-20130923-wa0005Also los. Ich habe erst einmal beide Bänder aufeinander gelegt und mittig zusammengenäht. Und direkt danach habe ich festgestellt, dass die Rüsche in eine ähnliche Arbeit ausarten könnte, wie der Rock. Aber gut. Irgendwas ist ja bekanntlich immer. Also habe ich mir eine gute DVD aus dem Regal gesucht, mein Stecknadeln, Handmaß und das Band genommen und mich aufs Sofa verzogen. Um Falten zu legen. Viele Falten um genau zu sein. Damit es eine schöne „dirndltypische“ Borte wird, habe ich Kellerfalten in das Band gelegt. Vorher habe ich ausprobiert, wie tief die Falten sein müssen. Mit einem verstellbaren Handmaß geht das Abmessen dann auch einfach, da dann nur noch an der Markierung angelegt werden muss und umgefaltet wird. Also wirklich etwas, für vor dem Fernseher, da man auch nicht zu genau hinsehen muß.img-20131005-wa0003

Ich weiß jetzt nicht mehr, wie viele Meter Band ich verarbeitet habe um die Falten am Ende um den Ausschnitt laufen zu lassen. Ich weiß aber noch, was ich weiter mit dem Faltenband gemacht habe. Ich habe es erneut unter die Nähmaschine gelegt, um die Falten noch einmal längs festzunähen. Anschließend habe ich es per Hand um den Ausschnitt genäht und die Falten aufgestellt. Jede der Falten habe ich mit zwei oder drei kleinen Stichen per Hand fixiert.

Da ich auch das nicht an einem Abend geschafft habe, habe ich auch mehr als nur einen Film dabei gesehen. Zur Entspannung habe ich anschließend noch die Miederhaken mit passenden Straßsteinen versehen und an das Oberteil genäht. Um die Haken wird dann ein Band der Rüsche gelegt und unten mit einer Schleife geschlossen.

Und was soll ich sagen: Damit war das Kleid selber fertig. Ich habe es erst einmal ein wenig erstaunt angesehen und es für irgendwie komisch befunden. Aber kein Wunder: Die Schürze fehlte ja noch.

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Dirndl up my life . Zum Zweiten

Nächster Tag, neue Motivation, ran an’s Dirndl!
Oder so.
Zugegeben war ich zwar motiviert, aber zwischen mit und dem Nähen standen noch Kleinigkeiten wie “der Haushalt” und “Die Mägen auf vier Pfoten ™”. Also habe ich erst einmal die Küche und das Bad gut aussehen lassen, die Katzen gefüttert (und das, was das deren essen so mit sich bringt gesäubert) und mich selber gewaschen. Wenn man die Pflicht hinter sich gelassen hat, näht es sich ja auch viel besser.

Zunächst habe ich das Oberteil einmal zusammen genäht. In meiner ersten Überlegung wollte ich den Verschluss von meinem Kleid unsichtbar unter einem Arm annähen. Ich habe mich aber schnell überzeugen lassen, das ein Verschluss vorne bei so einem Dirndl doch viel schöner aussieht, also bin ich von meinem Reissverschluss und dem seitlichen Verschluss abgekommen.

Ausserdem finde ich Paspeln wahnsinnig schön an so einem schicken Kleid. Da ich von einem anderen Projekt noch etwas farblich passendes im Schrank liegen hatte, konnte ich die Paspel schön an die Teilungsnähte vom Vorder- und Rückenteil einnähen.


Auf dem Bild ist noch die ursprünglich geplante Variante zu sehen, das habe ich als ich mit dem Rock so weit war, das ich ihn ansetzen konnte noch schnell wieder geändert.

Ach ja, der Rock…!

Die wahnsinnige Schneiderin (also ich) hat sich überlegt, das ein einfach eingekräuselt angesetzter Rock ja sehr langweilig ist und das auch schöner geht. An der Stelle kommt übrigens der Karostoff zum Einsatz von dem ich schon gesprochen habe. Passt also gut auf.

Ich habe mich für eine gute altmodische Handarbeit entschieden, das Stifteln. Dafür werden per Hand ein paar parallele Garnfäden sehr gleichmässig in den Stoff eingezogen und der Stoff dann auf die Weise in ziemlich kleine Falten gelegt. Wenn ich jetzt Handarbeit sage, ist das tatsächlich auch so gemeint.SONY DSC

Zuerst habe ich den karierten Stoff auf die linke Stoffseite der Rockbahnen gelegt. Ich habe für meinen Rock drei volle Stoffbahnen verwendet, also am Ende einen Saumumfang von etwa 4,3 Metern. Entsprechend musste ich den karierten Stoff (der wird für diese Verwendung auch “Hansel” genannt) auch lang genug schneiden, in dem Fall also auch drei Stücke über die gesamte Breite von dem Hanselstoff. Ich habe die Nähte vom Hansel nicht auf die Rocknähte gelegt, da ich ansonsten zu viel Stoff übereinander liegen gehabt hätte. Das wäre nicht schön geworden am fertigen Rock.

Da der Hansel ja kariert ist, konnte ich einfach die Karos nutzen um so schöne gleichmässige Reihen zu “nähen”. Ich habe mich für sechs Reihen Garn entschieden, das ist für mein Kleid breit genug. Wer möchte (und wahnsinnig genug ist) kann natürlich auch noch mehr Reihen ziehen, um so breiter wird das gestiftelte am Ende auch.
Ich habe (wie auf dem Bild zu sehen) zwischendurch einfach mal “probegezogen” um zu sehen, ob mir die Breite schon gefällt oder ob ich noch mehr machen muss. Natürlich bin ich nicht unter meiner geplanten Fadenmenge weg gekommen.

Für die ganze Fädenzieherei habe ich übrigens dreieinhalb Fernsehabende gebraucht. Solltet Ihr so etwas auch machen wollen – legt Euch genug Filme bereit, Ihr werdet sie brauchen.

Dirndl up my life – Making of

Ohjeeeeee! Da kommt nicht nur eine Weihnachtsfeier auf mich zu, die Feier findet auch noch im Hofbräuhaus Hamburg statt. Und weil es ja ein Hofbräuhaus ist und das eigentlich in Bayern steht wo die Dirndl Dirndl tragen und die Burschen Lederhosen wurde im Team entschieden das ganze passend gekleidet zu geniessen.

Die Feier ist zwar inzwischen schon einige Zeit her, das Kleid wartet aber drauf gezeigt zu werden. Also: Genießt das WIP, so wie ich das nähen genossen habe 🙂

Gesagt – getan, ich bin also kurz durch verschiedene Geschäfte gelaufen um zu gucken, was es in Hamburg in Dirndln zu finden gibt. Es gab ein paar, das vorweg. Nur leider, die Kleider waren entweder nicht meine Preisklasse oder mein Geschmack. Wesentlich häufiger war es übrigens ein Problem meines Geschmacks als des Preises.
Bevor ich eine zweite Runde Dirndlshopping betreiben konnte kam allerdings der Stoffmarkt Holland nach Hamburg. Und ich fand ein Schnittmuster bei Burdastyle.de. Da ich vor dem Stoffmarkt keine Möglichkeit hatte das Schnittmuster schon einmal zu kaufen habe ich die Angaben zur Stoffmenge ausgedruckt und mit auf den Markt genommen.
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Nach etwa einer Stunde Stoffe ansehen, durch die Massen drängeln, nochmal Geld holen und zusammenreissen nicht zu viel zu kaufen hatte ich dann die ersten Stoffe für das Kleid.
Eine grün-rot gepunktete Baumwolle für das Kleid, ein cremefarbener bestickter Taft für die Schürze und einen Meter kleinkarierte Baumwolle, deren Bedeutung ich noch erklären werde. Zusätzlich noch das Satinband für die Dekoration am Kleid.

Und los ging es! Erst einmal die Stoffe in die Waschmaschine stecken. Schliesslich will ich das Kleid hinterher auch waschen können ohne Angst zu haben das es einläuft.
In der Zeit habe ich das Schnittmuster (Burda #7057) auf dünnes Papier abgepaust. Ich zerschneide meine Fertigschnitte nicht. Abpausen macht zwar etwas mehr Arbeit, dafür habe ich den Schnitt aber hinterher noch in allen enthaltenen Grössen für mich. Ich mag das lieber.

Kaum war der Stoff trocken habe ich ihn gebügelt und zugeschnitten. Wenn ich ehrlich bin konnte ich es kaum erwarten mit dem Kleid anzufangen. Dirndl finde ich unglaublich weiblich und ich hätte schon lange gerne eins gehabt. Allerdings ohne Möglichkeit es zu tragen wollte ich auch keins kaufen.

Auf den Bildern ist das Oberteil im Zuschnitt zu sehen. Die Nahtzugaben habe ich mit einem Doppelkopierrädchen angezeichnet, so sind sie gleichmässig ohne viel Arbeit. Zusätzlich zu dem Stoff habe ich noch aus einer steifen Klebeeinlage die Verstärkung für das Oberteil zugeschnitten und das Futter.
Die Einlage habe ich direkt auf die Oberstoffteile gebügelt und auf die Einlage die Nahtlinien und Passzeichen übertragen. Am Futter habe ich die Linien und Zeichen direkt auf den Stoff übertragen.

Danach musste ich aber leider erst einmal schlafen gehen. Und deshalb… später mehr davon.
Bleibt mir treu.