Andere Länder – Andere Stoffläden

Ja ich weiß, der Spruch geht anders. Allerdings sind die Sitten in den Stoffläden in Tunesien durchaus nicht anders. Auch dort heißt es: Bewundern, Anfassen, Kombinieren, Abschneiden lassen, bezahlen und mit nach Hause nehmen um etwas schönes daraus zu machen.

Ich war Mitte November für zwei Wochen in Tunesien, gemeinsam mit meiner Mama. Für mich sehr komfortabel daran war das Mama sich in Tunesien schon etwas auskennt, da sie schon mehr als einmal im Land war. Außerdem traut sie sich, dort Auto zu fahren. Etwas, was ich schon abgelehnt habe zu tun, als wir noch nicht mal aus Tunis (dort sind wir gelandet) heraus waren. Die Tunesier schaffen es ohne Probleme, aus einer zweispurigen Straße eine Dreispurige zu machen. Außerdem wuseln Fußgänger ohne Angst durch den fahrenden Verkehr, die Mofafahrer fahren wie sie wollen und ich – saß nur als Beifahrer im Auto und hatte schon Schweißausbrüche. Ehrlich… ich bin kein Mensch, der im Auto mitbremst oder ohne Grund „halt an!“ schreit, aber in Tunesien hatte ich schon ein großes Problem entspannt zu bleiben.

Ähnlich verhält sich der Verkehr übrigens in Sousse, wo wir eine Straße mit einigen Stoffgeschäften gefunden haben. Wir hatten für einige Tage einen Mietwagen und sind dort hin gefahren um uns die Medina anzusehen. Der Fischmarkt in der Halle ist wunderschön, auch wenn er etwas …fischig riecht. Was dort allerdings an Fischen liegt, offen auf Eis und für jeden ohne Probleme zu begutachten ist schon erstaunlich. An der Decke hängen (wirklich sehr dekorativ) getrocknete Seesterne und Fischernetze. Allerdings war es den Tag dort auch sehr voll. Wir waren also nicht sehr lange in dieser Halle. Von dort sind wir in den inneren Bereich der Altstadt gegangen. Und als hätte Mama einen sechsten Sinn gehabt meinte Sie ich solle einfach mal in eine ganz beliebige Straße links herein gehen. Der vierte Laden hatte direkt einige Stoffrollen vor der Tür stehen. Wobei Tür auch etwas übertrieben ist. Es war eher ein Rolltor, die gesamte Front des Ladens war offen.

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Wie Ihr seht, gab es dort schon eine ganz hübsche Auswahl an Stoffen. Sowohl für Mode als auch für Dekozwecke. Ich habe einige begrabbelt und fand sie gar nicht schlecht. Leider war aber für mich kein Stoff dabei der gerne gekauft werden wollte. Also haben wir den Laden wieder verlassen.

…um gleich gegenüber den nächsten Laden zu finden. Dieser hatte hauptsächlich Borten und Verzierungen. In allen möglichen Farben, Mustern, Glitzerausprägungen. Ich hätte dort am liebsten alles gekauft. Zu schade, dass ich nur einen Koffer mit maximal 23 Kilo wieder nach Hause nehmen durfte!

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Ist das nicht der absolute Wahnsinn? Der Laden hatte so viel Auswahl, dass ich mich gar nicht entscheiden konnte und deshalb gar nichts gekauft habe. Wenn ich das nächste Mal nach Tunesien in Urlaub fahre, dann nehme ich nur leichtes Gepäck mit und viele Ideen und kaufe den halben Laden leer. Mindestens.

Vor dem Laden gab es noch ein paar Rollen mit Futterstoffen und…

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…eine kleine, in Verpackungsmaterial eingekuschelte Katze. Damit ist bewiesen: Katzen und Stoffe gehören in jedem Land einfach zusammen. Und wenn ich mir gerade meine Madame Mim ansehe: Sie liegen auch absolut gleich wenn Sie sich in Stoffe kuscheln.

Es gab in dieser Straße noch zwei oder drei weitere Läden, diese waren von Außen erkennbar allerdings sehr unaufgeräumt und auch nicht gut sortiert, deshalb sind wir dort nicht hinein gegangen. Kurz vor Ende der Straße gab es dann allerdings noch einen großen Laden, der sowohl Stoffe als auch Borten und andere Verzierungen hatte.

Hier habe ich mich wirklich durch das Stoffangebot gefühlt und war von der Seide angenehm überrascht. Trotz allem hatten sie keine Stoffe, die gerne nach Deutschland gekommen wären. Vermutlich haben sie den Wetterbericht gesehen und entschieden, dass es in Deutschland zu kalt ist. So ein Stoff hat ja auch Gefühle.

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In diesem Laden habe ich allerdings in den Bortenwänden (zwei Bilder weiter oben auf der rechten Ladenseite) ein paar wunderschöne Borten gefunden. Es ist mir schwer gefallen, mich zu entscheiden, so schöne waren auch dort dabei. Am Ende habe ich mich für zwei Borten entschieden und jeweils einen Meter von jeder gekauft. Und das zu einem Preis, der für Deutschland unvorstellbar wäre. Ich habe für beide zusammen 36 Tunesische Dinar bezahlt. Umgerechnet sind das etwa 14 Euro.

Was ich aus den Borten genau mache, weiß ich noch nicht. Vermutlich werden es aber Schmuckgürtel zu Kleidern. Dafür bietet sich die Farbe und die Art der Borte geradezu an.

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